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IG Metall greift EuroMärsche an

Während mittlerweile auch Betriebsräte, Vertrauensleute und einige Landesverbände der Einzelgewerkschaften die ,Europäischen Märsche gegen Erwerbslosigkeit, ungeschützte Beschäftigung und Ausgrenzung" unterstützen, fahren DGB und IG Metall (IGM) immer größere Geschütze auf, um eine Teilnahme ihrer Mitglieder daran zu verhindern.

Schon im März empfahl ein Schreiben der Internationalen Abteilung des DGB an seine Mitgliedsgewerkschaften, nicht an den Märschen teilzunehmen, weil sich daran auch eine anarchosyndikalistische Gewerkschaft aus Spanien und eine baskisch-nationalistische Gewerkschaft beteilige. Damit waren die spanische CGT und die baskische LAB gemeint, deren Teilnahme die Organisatoren der Euromärsche nie geleugnet haben. Im April behauptete der Europäische Gewerkschaftsbund, die Märsche würden von Le Pen unterstützt. Diese Behauptung wurde in einem Rundschreiben des IGM- Vostands vom 18.April an alle seine Verwaltungsstellen, Bezirksleitungen und Bildungsstätten verbreitet. Dort hieß es: ,Mehrere anarchistische, nationalistische und rechtsextreme Gruppierungen - insbesondere Frankreich - unterstützen diesen Marsch und werden voraussichtlich auf der Abschlußkundgebung in Amsterdam tonangebend sein." Gegenüber der SoZ sagte Bert Thirron, zuständiger Gewerkschaftssekretär beim IGM-Vorstand, die Front National (FN) rufe in einigen Regionen Frankreichs zur Teilnahme an den Euromärschen auf. Das habe er von Vertretern der sozialdemokratischen französischen Gewerkschaft Force Ouvrière(FO) erfahren.

Christophe Aguiton, Sprecher der französischen Koordination der EuroMärsche, fordert in einer Erklärung vom 24.April eine, unverzügliche Richtigstellung dieses Gerüchts, das unseres Wissens nur in Deutschland im Umlauf ist." Die Organisationen, die die Euromärsche in Frankreich unterstützten, hätten ihre Gegnerschaft gegen die extreme Rechte mehrfach deutlich gemacht und sich zuletzt an der Demonstration gegen die FN Ende März in Straßburg beteiligt. Zudem sei die FO dafür bekannt, so Aguiton, Initiativen, denen sie ablehnend gegenübersteht, schon in mehreren Fällen als, rechtsradikal" bezeichnet zu haben, um sie ,in der Öffentlichkeit zu verunglimpfen".

Die MitarbeiterInnen des Bundesbüros der EuroMärsche in Berlin sind, erstaunt und empört, daß eine Gewerkschaft wie die IGM es nicht für nötig hält, Gerüchten nachzugehen und ihre Quelle aufzuspüren, bevor sie diese kolportiert." ,Mit diesen Verleumdungen sollen die Euromärsche, deren Anliegen bisher von den Medien positiv aufgegriffen wurden, diskreditiert werden", so ein Mitarbeiter der Bundeskoordination. Auch ohne die offizielle Beteiligung einiger Gewerkschaften setzten sich die Märsche am 14.April in Bewegung. In Deutschland wurden Aktionen vor Arbeitsämtern und bei Krupp-Hoesch in Dortmund durchgeführt. Am Tag des Auftakts demonstrierten mehrere tausend Menschen in Crotone an der Südspitze Italiens. Zeitgleich setzten sich allein zwei Märsche aus Lappland in Bewegung. Aus Sarajevo und Tuzla machte sich eine Delegation aus Bergleuten, Postangestellten, Krankenschwestern und Studenten auf den Weg nach Amsterdam, um gegen den dortigen Gipfel der EU-Regierungschefs am 14.Juni zu demonstrieren.

Gerhard Klas


Contact Bundeskoordination:
euromarsch@link-lev.dinoco.de
g.kersten@oln.comlink.apc.org

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Last Modified: Wednesday, May 7, 1997 at 10:10 AM