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Europäische Koordination in Paris, Samstag 28. Juni.
Auf der europäischen Koordination am 28. Juni waren etwa vierzig Personen anwesend aus sieben Ländern: Belgien, Holland, Deutschland, Spanischer Staat, Großbritannien, Luxemburg und Frankreich. Die Tagesordnung bestand aus einem ersten Austausch über die Ergebnisse der Märsche, einer Diskussion der Perspektiven und einer Entscheidung über die nächste Koordination.
Die wichtigste Entscheidung war, am 4./5. Oktober in Luxemburg eine Plenar-Koordination zu organisieren. Das Datum wurde gewählt im Hinblick auf den europäischen Beschäftigungsgipfel, der in jenen Tagen (der genaue Termin steht noch nicht fest) in Luxemburg stattfinden soll. Tagesordnung dieser Koordination sollen Name und Funktionsweise eines aus den Euromärschen hervorgegangenen Netzwerks sein. Es wird über Initiativen in 98 oder 99 entscheiden, die sich auf den Aufruf von Florenz und den Forderungskatalog der Brüsseler Konferenz stützen. Der Gedankenaustausch über die Bilanz hat erlaubt, die gemeinsame Bereitschaft festzustellen, auf der Basis des Erreichten weiterzumachen. Der Erfolg der Amsterdamer Demonstration macht die Bilanz der Märsche vollauf positiv. Die Märsche haben erstmals eine Auseinandersetzung und Aktion auf europäischer Ebene gemeinsam mit Beschäftigten, Erwerbslosen und Ausgegrenzten ermöglicht. Die ursprünglichen Ziele der OrganisatorInnen des Marsches sind erreicht: eine Aktion in allen Ländern der Europäischen Union zum Thema der Beschäftigung, der Ausgrenzung und des sozialen Europas; eine bedeutende Beteiligung von erwerbslosen und Ausgegrenzten selbst; eine Abschlußdemonstration, die das Ziel von 30.000 Demonstranten überschritten hat.
Die Mehrzahl der Delegationen hatte betont, daß die Bilanz in ihren jeweiligen Ländern noch nicht gezogen worden war. Versammlungen sind festgelegt, der Austausch von Texten ist im Gange. Das französische Kollektiv wurde beauftragt, diese Texte zu verbreiten: Sie sollten spätestens am 6. September in Paris eintreffen.
Eine Diskussion über die Perspektiven nach den Märschen wurde geführt. Praktisch Einigkeit gab es hinsichtlich der Notwendigkeit für ein europäisches Netzwerk auf Grundlage von Gruppen von Arbeitslosen und zum Kampf gegen Ausgrenzung sowie den Gewerkschaften, die den Marsch unterstützt haben. Dieses Netzwerk von Initiativen und Debatten hat nicht zur Aufgabe, bestehende Netzwerke von Beschäftigten, Arbeitslosen, Bauern und Jugendlichen zu ersetzen, sondern Bemühungen für die Zusammenlegung der verschiedenen Netzwerke zu erlauben. Der Start einer größeren Initiative wurde auf die Luxemburger Koordination vertagt. Die Koordination hat praktisch beschlossen, daß man sich die Zeit nehmen muß, die Märsche zu bilanzieren, um langfristig Erfolg zu haben. Eine Reihe von Initiativen und Aktionen sind geplant oder werden diskutiert.
Die ENU hat ihre Konferenz im November in Glasgow. Auf gewerkschaftlicher Seite schlägt die Tendenz "Alterantiva Sindical" im italienischen Gewerkschaftsbund CGIL für den Herbst eine Konferenz von Gewerkschaftern gegen den Liberalismus in Europa vor. Das Vorbereitungskomitee der Märsche in Italien, die sozialen Zentren und Ya Basta planen eine Jugendkoordination in Venedig am 12. September. Genauere Infos werden wir sobald als möglich verbreiten. Im Hinblick auf gemeinsame Aktivitäten werden unter denen, die an den Märsche teilgenommen haben, zwei Ideen diskutiert. Während des europäischen Gipfels am Ende der luxemburgischen Präsidentschaft Mitte Dezember, der das in Amsterdam beschlossene Kapitel "Beschäftigung" präzisieren soll, könnten gleichzeitig in allen europäischen Hauptstädten Demonstrationen stattfinden und außerdem eine internationale mit den Grenzbewohnern in einem Umkreis von 100 bis 200 km um Luxemburg.
Europäische Konferenzen könnten abgehalten werden, etwa im Januar oder Februar in London aus Anlaß des zu diesem Termin geplanten G8-Treffens oder in Belgien irgendwann im Februar. Andere Initiativen sind angekündigt oder vorgeschlagen, namentlich in Cardiff, Wales im Januar aus Anlaß der britischen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 1998.
Pariser Sekretariat
Last Modified: Saturday, August 23, 1997 at 03:36 PM