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European Marches against Unemployment - News and Archives


Absender   : H_DIERKES@link-lev.dinoco.de  (Herman Dierkes)
Org.-Empf. : SOZ@link-lev.dinoco.de
Weiterleiter SOZ@link-lev.dinoco.de
Betreff    : AZV-INI.TXT
Datum      : Do 19.03.98, 17:05  (erhalten: 21.03.98)
Groesse    : 6838 Bytes
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Aktion Arbeitszeitverkürzung gegen Erwerbslosigkeit 
Wir wollen und wir können uns mit der Massenerwerbslosigkeit und ihren verheerenden Auswirkungen nicht abfinden. Arbeitszeitverkürzung muß deshalb wieder in den Mittelpunkt des Kampfes gestellt werden. Dazu hat d
as Braunschweiger Bundestreffen der Euromarsch-Gruppen am 24./25.1.1998 
aufgerufen. 
Unternehmerverhalten und herrschende Politik lassen seit Jahren keinen 
Zweifel daran, daß sie die Arbeitslosigkeit wollen. Sie wird konsequent 
für einschneidende Verschlechterungen bei den Sozialsystemen, im Arbeits- 
und Tarifrecht, für erhöhtén Leistungsdruck und für die Umverteilung von 
unten nach oben ausgenutzt.
Wir sind uns bewußt, daß eine breite Initiative zur weiteren Arbeitszeit-
verkürzung auf große Schwierigkeiten trifft. Jahrelange Reallohnverluste 
durch Lohndruck, Steuern, Sozial-abbau, gewerkschaftliche Lohnzurückhaltung 
sowie Leistungsverdichtung, flexibilisierte Arbeitszeiten und ungeschützte 
Beschäftigungsverhältnisse haben ihre Spuren hinterlassen.
Klar ist, daß die Massenerwerbslosigkeit nur noch mit einer umfassenden 
Strategie bewältigt werden kann, die gesellschaftspolitische und 
tarifpolitische Ansätze bündelt. Notwendig ist eine andere Politik. 
Notwendig ist aber auch die Überwindung des gewerkschaftspolitischen 
Stillstands. Wir wollen:
* Beschäftigungswirksame Arbeitszeitverkürzung und keine Flexibilisierung, 
die das Gegenteil bewirkt
* Arbeitszeitverkürzung bei vollem Entgelt- und Personalausgleich
* Öffentlich verantwortete Beschäftigung unter fairen Bedingungen
* Das Verbot ungeschützter Beschäftigungsverhältnisse
* Schluß mit der Umverteilung von unten nach oben
* Menschenwürdige Grundsicherung für alle
 
Nur ein breites Bündnis "von unten" kann den politischen Druck aufbringen, der das Blatt wendet. Im Jahr der Bundestagswahlen und der Entscheid
ung über den Euro müssen wir uns zu Wort melden.
In mehreren europäischen Ländern, vor allem in Frankreich und Italien, 
gibt es inzwischen gesetzliche und gewerkschaftliche Initiativen zur Ar-
beitszeitverkürzung. An diese Bewegung wollen wir anknüpfen. 
Erstunterzeichner
ALI Thüringen; Wolfgang Alles, IGM-Betriebsrat, Mannheim; ALSO, Oldenburg;  
Peter Behrens, Bündnis Euromarsch, Oberhausen; Norbert Bömer, 
IG Metall-BR-Vorsitzender, Dortmund; Hermann Dierkes, IGM-Betriebsrat, 
Duisburg; Rolf Euler, IGBCE Recklinghausen; Hoffmann, Stephan, IGM-Betriebsrat, 
Wiesbaden; Torsten Janoff, IGBCE Gelsenkirchen; Dietmar Lang, 
IGM-Betriebsrat, Mannheim; Egon Mäuser, IGM-Betriebsrat, Gerolstein; 
Tobias Michel, ÖTV-Personalrat, Essen; Gisela Notz, ÖTV, Bonn; Sabine 
Repkewitz-Salomon, GEW, Gelsenkirchen; Elkin Richter, IGM-Betriebsrat; 
Klaus D. Salomon,IGM Gelsenkirchen; Willy Scherer, IGM, Gelsenkirchen; 
Helmut Schmitt, IGBCE-Betriebsrat, Heppenheim; Georg Selinger-Acher, 
IGBCE-Betriebsrat, Ludwigshafen; Claus-Peter Schweizer, IGM-Betriebsrat, 
Mannheim; Jürgen Vierling, IGM-Betriebsrat; Lothar Wickermann, 
IGM Gelsen-kirchen; Michael Willenbucher, IGM Mannheim; Wolfgang Zimmermann,
ÖTV-Personalratsvorsitzender, Langenfeld; 
Kontakt und weitere Informationen: Euromarsch-Komitee Duisburg, 
c/o Joachim Glund, Moltkestr. 49, 47058 Duisburg, Tel. 0203-330620



Ich/wir unterstütze/n den umseitigen Aufruf:
Name, Vorname		Anschrift			Gewerkschaft	Unterschrift

 


Aktion Arbeitszeitverkürzung gegen Erwerbslosigkeit
Einladung zur Arbeitskonferenz
Anreise: möglichst Freitag, 24.4.1998, abends
Schlafgelegenheiten werden bei Bedarf vermittelt (über untenstehende Kontaktadresse)
Tagesordnung:
Freitag, 24.4., Beginn: 20.30 Uhr
Betroffene kämpfen gegen Erwerbslosigkeit - das französische Beispiel
	Bericht: VertreterIn von AC!
Samstag, 25.4., Beginn: 10.00 Uhr
1. Stand der Bewegung gegen Erwerbslosigkeit und Perspektiven
	Einleitung: ALV
2. Erfahrungen mit Flexibilisierung
	Bericht: VertreterIn der HBV oder des WSI (angefragt)
3. Kollektive Arbeitszeitverkürzung bleibt unverzichtbar
	Einleitung: VertreterIn des DGB Kreis Erfurt, Hermann Dierkes, IGM-	Vert
rauenskörperleiter, Duisburg
4. Vollbeschäftigung der Zukunft/Welche Arbeit und unter welchen Bedingungen?
	Einleitung: Martin Kempe (angefragt)
Die vier Themen können auch - abhängig von der TeilnehmerInnenzahl - in 
Arbeitsgruppen behandelt werden
Sonntag, 26.4., Fortsetzung: 9.00 Uhr
1. Macht und Reichtum in Deutschland
	Bericht: Hans-Jürgen Schulz, Hamburg
2. Soziale Grundsicherung
	Einleitung: Willi Lüpkes, ALSO, Oldenburg
3. Aktionsperspektiven und Abschlußerklärung
	Arbeitszeitpolitische Diskussion in den Gewerkschaften
	Verhältnis Gewerkschaften/Erwerbsloseninitiativen
	internationale Zusammenarbeit
	Forderungen und Aktionsvorschläge
Konferenzende ca. 13.30 Uhr
Veranstaltungsort: DGB-Haus Erfurt, Juri-Gagarin-Ring 150, 99084 Erfurt
Anmeldung: Arbeitsloseninitiative Thüringen e.V. z.H. Kollegin Ingrid Schindler, Juri- Gagarin-Ring 150, 99084 Erfurt, Tel. 0361-6442350


Contact:
"Marches europeennes contre le chomage, la precarite et les exclusions"

104, rue des Couronnes
F-75020 Paris France
Tel : +33 1 44 62 63 44
Fax : +33 1 44 62 63 45
E-mail : marches97@ras.eu.org
URL: http://www.mygale.org/02/ras/marches/


Contact: "AC!", France, Voice/Fax: +33-1-43495037, e-mail: aguiton@sud.unions.eu.org.


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Last Modified: April 15, 1998