
Arbeitslosenselbsthilfe O l d e n b u r g
Kaiserstr. 19
D-26122 Oldenburg (Oldenburg)
e-mail: also@also-zentrum.de
A) Ziel der europaeischen Arbeitslosenmaersche
* Im Verlauf der Marsche und des fur Februar vereinbarten Vorbereitungstreffens wird es einen Austausch von Informationen uber die Erwerbslosenstutze in den verschiedenen europaischen Landern und uber Initiativen zur Bekampfung der Ausgrenzung geben. Er soll in einem koharenten gemeinsamen Forderungsprogramm munden, das sowohl Vorschlage fur strukturelle wie auch fur Sofortmasnahmen enthalten soll.
* Die Marsche sollen Gelegenheit bieten, Erwerbslose und Beschaftigte in prekaren Verhaltnissen zu mobilisieren, aber auch Gewerkschaften, Verbande und politische Partner. Das Ziel ist, mehr als 30.000 Demonstrantinnen und Demonstranten aus verschiedene n europaischen Landern nach Amsterdam zu bringen.
B) Der Zeitrahmen:
* Ein vorbereitendes europaweites Treffen uber Erwerbslosigkeit, prekare Beschaftigungsverhaltnisse und Ausgrenzung: Dieses Treffen ist fur Samstag, den 1., und Sonntag, den 2.Februar 1997 in Brussel vorgesehen. Vor Ende Oktober werden das Marsch-Sekretariat und die belgische Delegation einen Raum mit 500-600 Sitzplatzen fur das Treffen reservieren. 500 Teilnehmende werden erwartet (zwischen 50 und 100 fur jedes Land). Das Treffen verfolgen drei Ziele: - Die Verabschiedung eines Forderungskatalogs, der den Aufruf von Florenz erganzt. Im November und Dezember werden themenspezifische Arbeitsgruppen eingerichtet, um Vorschlage zu erarbeiten. - Eine offizielle Stellungnahme der Teilnehmenden, in der sie ihre Unterstutzung der Organisation der Marsche erklaren. - Die Lancierung des Vorhabens in der Presse. Eine entsprechende Pressepolitik ist ab Februar 1997 vorzubereiten.
Vor dem Treffen findet am Freitag, den 31.Januar 1997, eine technische Koordination statt.
* Die europaischen Marsche gegen Erwerbslosigkeit, prekare Beschaftigungsverhaltnisse und Ausgrenzung: - Vom 15.April bis zum 15.Juni werden die Organisationskomitees in jedem Land die Initiativen organisieren: Pressekonferenzen, Versammlungen, Kundgebungen, Demonstrationen, Menschenketten, Konzerte, Marsche... - Symbolische Aktionen wie die Besetzung leerstehender Hauser, Arbeitsamter, sit-ins vor Ministerien konnen an einem Tag gleichzeitig in verschiedenen Landern stattfinden. - Gesonderte Aktionen fur Jugendliche konnen organisiert werden. - Zu Beginn der Marsche am 15.Juni soll es eine gemeinsame Initiative in allen Landern geben, in denen ein Marsch stattfindet. - Durch besondere Aktionen soll politisch wie geographisch unser Wille verdeutlicht werden, die Volker Osteuropas und aus dem sudlichen Mittelmeerraum einzubeziehen.
* Die Demonstration am 14. und 15.Juni in Amsterdam: Die Regierungskonferenz der EU-Staaten findet in Amsterdam am 16. und 17.Juni statt. Unser Ziel ist, uber 30.000 Menschen aus den verschiedenen europaischen Landern dort zu versammeln. Die Koordination vom 21./22.September hat sich vorzugsweise fur eine Demonstration am Samstag, den 14.Juni, ausgesprochen. Das Datum mus in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee in Amsterdam bestatigt werden. Die Demonstration kann durch ein Konzert oder eine Riesen-Fete beschlossen werden.
* Bilanztreffen im Oktober 1997: Im Oktober 1997 soll eine Koordination zusammentreten, um eine Bilanz der Marsche zu ziehen, weitere europaische Initiativen vorzubereiten und das Austausch-Netzwerk zu festigen.
C) Die Organisation der Marsche:
* Die Marsche sind als lineare" Marsche konzipiert; es gibt keinen Zwang, standig zu Fus zu gehen. Verschiedene Transportmittel konnen benutzt werden, unter der Bedingung, das mensch sich kontinuierlich auf Amsterdam zubewegt und das sie die offentlich e Aufmerksamkeit erleichtern. Von den entlegensten Stadten aus werden verschiedene Marschsaulen organisiert mit dem Endziel Amsterdam. Auf ihrem Weg sollen sie in Etappenorten empfangen und zu ihrem Empfang sollen offentlichkeitswirksame Aktivitaten organisiert werden. Diese Methode wurde bei den Marschen von AC! im April und Mai 1994 in Frankreich angewandt. Sie erfordert, das die Marsche uber zwei Monate hinweg organisiert werden und die Zahl der Teilnehmenden in dem Mase steigt, wie die Marsche sich Amsterdam naher n. Wahrend der beiden Monate finden auf europaischer Ebene gemeinsam vorbereitete und organisierte offentliche Ereignisse statt. Im Oktober und November 1996 konnen Organisationstreffen in jedem Land stattfinden - wie z.B. am 26.Oktober in Grosbritannien - oder aber landerubergreifend in Grenzregionen. Die Marschrouten und Termine fur die wichtigsten offentlichen Ereignisse mussen bis Ende Dezember dem europaischen Sekretariat angezeigt sein, damit entsprechendes vorbereitendes Material fur das Brusseler Treffen zusammengestellt werden kann. Uber die Gesamtheit der organisatorischen Einzelheiten wird in Brussel am 1. und 2.Februar ausgehend von den Planen der verschiedenen Landerauschusse entschieden.
* Der Austausch: Da das Ziel im Austausch zwischen den verschiedenen Organisationen der verschiedenen Lander besteht, mussen die Marsche so gestaltet werden, das sie diesen erleichtern. Es wird ein gemeinsames Material veroffentlicht, das in verschiedene Sprachen ubersetzt und bei jedem Ereignis in den verschiedenen Landern verteilt wird. Die Marschsaulen werden transnational besetzt sein, damit bei den verschiedenen Empfangshaltepunkten die Teilnehmenden an den Kundgebungen auch Marschierende aus anderen Landern horen konnen (in jede grose Marschsaule konnen 10 bis 15 Marschierende aus anderen Landern einbezogen werden). Grose offentlichkeitswirksame Ereignisse mussen, ebenso wie Pressekonferenzen, transnational organisiert werden, damit durch die Beteiligten der europaische Charakter der Bewegung deutlich wird.
* Die Unterstutzung: Damit ein franzosischer Marschierender (z.B.) einen Monat lang an einem Marsch in Spanien oder Deutschland teilnehmen kann, kann eine Patenschaft mit einer Gewerkschaft, einem Verband, einem Gemeinderat etc. organisiert werden, damit diese fur die Reise spesen (Transport, Essen und Trinken) aufkommen. Die offentlichkeitswirksamen Ereignisse konnen in Zusammenarbeit mit Verbanden, Gemeinden, Gewerkschaften, Medien organisiert werden, damit die notigen Mittel aufgetrieben werden.
D) Werbemittel:
* Das Logo: Die Teilnehmenden an der Koordination am 21. und 22.September haben dem Logo, das einen Fus darstellt, den Vorzug gegeben. Die Graphiker sind gebeten, einige Verbesserungen anzubringen. Ein Briefkopf und ein Plakat mit der Prasentation des Projekts wird jedem landesweiten Arbeitsausschus ausgehandigt. Das Sekretariat wird einen Button erstellen. Er wird ab Anfang November verfugbar sein.
* Die Zeitung: Von Marz bis Juni kann eine monatliche Zeitung erstellt werden, die uber die verschiedenen Initiativen, die Stellungnahmen der verschiedenen Organisationen, die Geschichte jedes Landes und die programmatischen Vorstellungen berichtet. Die Zeitung wird von Redakteuren aus den unterschiedlichen Landern hergestellt und anschliesend in die verschiedenen Sprachen ubersetzt. Sie kann in den Landern uber Abos, wahrend der Marsche und der offentlichen Ereignisse vertrieben werden.
* Die Themenbucher: Es konnen in den mehreren Sprachen verschiedene Bucher mit Diskussionsvorschlagen, aber auch Bucher, die die verschiedenen bestehenden Sozialversicherungssysteme in Europa beschreiben, erstellt werden. Diese Bucher sind eine Stutze bei Pressekonferenzen und Argumentationsleitfaden fur die OrganisatorInnen in jedem Land.
* Internetverbindung: Internet-Service ist bereits als etabliertes Kommunikationsmittel von Organisationen aus verschiedenen Landern (England, Holland...) eingerichtet worden mit Material uber ihre Geschichte und programmatischen Vorstellungen. Bis eine franzosische Web-Seite eingerichtet ist, konnen Nachrichten an folgende e-mail-Adresse geschickt werden: aguiton@sud.unions.eu.org. Spater kann eine Nachricht mit der oder den Web-Adressen in Umlauf gebracht werden.
* Medien: Die kommunikation mit den Massenmedien ist eine notwendige Voraussetzung fur den Erfolg des Projekts. Auser Pressekonferenzen fur die Landesmedien empfiehlt es sich, eine Zusammenarbeit mit bestimmten Print- oder Fernsehmedien aufzubauen, damit eine Kon tinuitat der Information gesichert wird.
* Rechtliche Fragen: Rechtliche Probleme wie der Aufenthalt von Erwerbslosen in anderen Landern, die Uberschreitung von Grenzen durch EinwanderInnen etc. werden untersucht.
* Unterstutzerkarte Europaische Marschteilnehmende": In Brussel wird der Vorschlag gemacht werden, eine Karte Europaische Marschteilnehmende" in verschiedenen Sprachen zu erstellen, die zu billigem Preis und in hoher Auflage verkauft werden und auf diese Weise die Kassen jedes landesweiten Ausschusses fu llen soll.
E) Das Organisationssekretariat:
* Die Koordination: Bis zur Brusseler Konferenz stellt die franzosische Delegation das Sekretariat. Jeden Monat wird es, wenn moglich, Telephonkonferenzen auf englisch und franzosisch geben sowie eine fur alle zugangliche Nachrichtenbox. Eine technische Koordination wird am Samstag, den 30.November, in Brussel stattfinden. Der Postversand geht direkt vom europaischen Sekretariat an alle unterzeichnenden Organisationen des Aufrufs. Im Gegenzug wird um einen finanziellen Beitrag fur die Versandunkosten gebeten, und zwar vier Monate lang, von Oktober 1996 bis Januar 1997: - kleine Gruppen: 200 FF - kleine Gewerkschaften: 500 FF - grose Gewerkschaften: 1.000 FF - Personlichkeiten: 500 FF. Die Schecks sind auszustellen auf Marches Europeennes 97".
* Ubersetzungen: Da der Austausch von Informationen ein Ziel des Projekts ist, mussen die vom Sekretariat herausgegebenen Texte prioritar und in moglichst viele Sprachen ubersetzt werden. Es wird deshalb eine Liste der benutzten Sprachen und der freiwilligen UbersetzerInnen erstellt. Es konnen auch Sprachschulungen eingerichtet wrden, so das die Organisatoren und die kunftigen Marschierenden leichter miteinander kommunizieren konnen.
* Verteiler: Das europaische Sekretariat halt den Verteiler der Initiativen und Organisationen a jour. Insbesondere gibt es regelmasig eine Liste mit all diesen Gruppen heraus, zusammen mit einer Beschreibung ihrer Aktivitaten und ihrer Geschichte im Umfang von je e iner Seite. Diese Liste wird in den Sprachen erstellt, die von der Koordination benutzt werden. In ahnlicher Weise kann eine Liste von Rednerinnen und Rednern erstellt werden, unter Angabe ihrer Themenschwerpunkte und der Sprache, in der sie sprechen.
* Finanzen: Jurg Schuppisser (Belgien), Christophe Aguiton (AC! Frankreich) und Jean Desessard (MNCP Frankreich) sind mit den Finanzen beauftragt. Diese Kommission wird Finanzmittel auftreiben und ein provisorisches Budget fur die gemeinsamen Ausgaben erstellen. De nn unabhangig von den Ausgaben, die in jedem Land anfallen, gibt es auch unvermeidliche gemeinsame Ausgaben.
Original in franzosisch: 27.September 1996 Deutsche Ubersetzung aus dem Franzosischen: 9.Oktober 1996
Last Modified: Sunday, October 13, 1996 at 08:59 PM