Salzsuche in der Böhme...

...oder: auf der Suche nach dem Skandal

Teilnehmer

Vorbericht

Der erste Tag

Meßwerte -Vergleich

Ergebnisse

Grafik
Gruppen:

Böhme 3

Böhme 2

Böhme 1

Soltau

Ahlften
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Teilnehmer

Ingo Lehmann
Jan-Dieter Sladeczek
Christian Heins
Mareeke Hippen
Kerstin Prigge
Kirsten Stegmann
Knut Avenriep
Sebastian Palm
Lisa-Marie Adam
Birgit Eggers
Corinna Ehlers
Ute-Kristin Eikemeier
Jari Walter
Matthias Henkel
Jens-Martin Wüstenberg
Sven Bosselmann
Stephan Naguschewski
HenningThorey


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Vorbericht

Es begab sich vor vielen Wochen, daß sich einige hochmotivierte Schüler in der Informatik trafen, um sich mit ihrem Oberguru Werner Reithmeier auf das ihnen bevorstehende Unterfangen vorzubereiten, die Böhme auf ihre Eigenheiten zu untersuchen.
Zu diesem Zwecke waren bekanntlich zwei Stunden angesetzt, die wir zunächst mit Mühen schließlich auch zu füllen in der Lage waren.
Es stellten sich uns etwa solch elementare Probleme wie: "Woher Boote nehmen ?", oder "Woher Leitfähigkeitsmeßinstrumente nehmen ?", oder "Wie den berühmten Fragebogen ausfüllen ?". Nach einigen Anstrengungen meisterten wir diese Hürden recht gekonnt (besonders den Fragebogen ). Ein Schlauchboot und ein Kanadier fanden sich aus privatem Besitz, diverse Kajaks, ein Kanu und einen weiteren Kanadier steuerte freundlicherweise Herr Kumlehn (Gymnasium Walsrode) bei. Die Meßinstrumente wurden uns vom Labor für Umweltanalysen, den Soltauer Wasserwerken, Klaus Wegner (Realschule Soltau ), Herrn Matthis (Kläranlage Soltau) und der Bundesautobahnpolizei Fallingbostel zur Verfügung gestellt. Auf die Bearbeitung des Fragebogens wurde allerdings bedauerlicherweise nicht sonderlich intensiv eingegangen.
Zwischendurch fand sich sogar noch Zeit, vorab bereits Gruppen einzuteilen, die sich dann später um die einzelnen Teile der Böhme kümmern sollten.

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Montag, 16.10.95

Der erste Projekttag war zunächst von Enttäuschung darüber gekennzeichnet, daß uns die angeforderten fünf Handys nicht zugestanden wurden. Nachdem wir diesen Schock überwunden hatten, machten wir uns an die Planung der Abfahrtsorte und -zeiten der Gruppen. Es stellte sich folgendes heraus:
GruppeArbeitszeitAbfahrt (in/bei) BooteAnkunft
Böhme 38:00 - 12:00Jettebruch1 Kanu,
2 Kajaks
Reithmeier
Böhme 28:15 - 12:15Tetendorf 1KanadierFurhop
Böhme 18:30 - 12:00DB-Brücke ( OHE )keineTetendorf
Soltau8:40 - 12:30Hübeeten1 Kanadier,
1 Kajak
DB-Brücke ( OHE )
Ahlften8:55 - 12:45Brücke3 Kajaks,
1 Schlauchb.
Hübeeten
Während Henning und Herr Reithmeier die Einstiegsplätze in Augenschein nahmen, machten sich die anderen an den Test der im Rahmen des Aquadata-Internet-Projektes angeschafften Meßkoffer, um die Handhabung einzuüben.
Dies erwies sich als keine allzu schwierige Angelegenheit, problematisch war es nur siebzehn Leute mittels einem Meßkoffer bei Laune zu halten. Da wir aber direkt neben der Waldmühle unser Maß nahmen, bot sich die Möglichkeit bei einem Cappucino die Zeit abzuwarten.
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Die Gruppen

Gruppe Böhme 3

Dienstag:

Die meiste Zeit paddelte Kerstin rückwärts. Das war vielleicht ein tolles Fahrgefühl!!! Später trat sie dann in den Riesenmatsch vor Herrn Reithmeiers Haus. Das war ganz schön glibschig!!!

Donnerstag:

Kirsten ist über einen Baumstamm geklettert ( quer über die Böhme ). Das war vielleicht wackelig!!! Gott sei Dank ist nichts passiert, außer daß sie nachher noch unter Schockeinwirkungen die Spitze der Spritze verlor und nicht mehr einfing.
Birgit hat sich nicht getraut über den Baumstamm zu gehen, weil das war ja so wackelig!!! Mareeke und Kerstin haben sich auch nicht getraut, weil man ja in das Wasser hätte fallen können. Das wäre vielleicht naß geworden.
Mareeke wäre beinahe im Sumpf versunken, hätten wir doch bloß besser aufgepaßt!!!

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Gruppe Böhme 2:

Als wir am Donnerstag, den 19.10.95 noch einmal mehrere Wasserproben aus der Böhme untersuchen wollten, fuhren wir erst einmal zur Tetendorfbrücke und untersuchten vor und hinter der selbigen das Wasser, da wir am Dienstag dort eine hohe Leitfähigkeit gemessen hatten. Die Werte wichen teilweise von einander ab. Dann fuhren wir zu unserer 2. Station, die Kläranlage. Dort mußten wir uns ersteinmal mühsam mit dem Fahrrad vorbeischleichen. Unsere erste Probe nahmen wir am Anfang des Abflusses, wo wir auch noch Besuch von einem Aal bekamen ( wie hat er das bloß überlebt ? ). Die weiteren Proben nahmen wir an der Mündung des Abflusses in die Böhme. Nachdem wir vor der Mündung und in der Mündung gemessen hatten, fiel uns plötzlich das lautere Plätschern des Grabens auf. Als wir uns den Graben ansahen, war der Wasserstand um 10 cm gestiegen und unsere Steine, über die wir auf die andere Seite des Grabens balanciert waren, waren überspült. Die Kläranlage hatte ihre Schleusen geöffnet. Die Böhme hatte an der Einmündungsstelle eine "schöne" Schaumschicht. Natürlich mußten wir den Graben jetzt nochmal neu untersuchen, da wir wissen wollten ob sich etwas an den Werten verändert hat. Also nahmen wir eine neue Probe und untersuchten diese in Eiseskälte, da wir den Wind volle Breitseite abbekamen. Es hatte sich aber nicht viele an den Werten verändert. Jetzt fehlte uns nur noch die Wasserprobe nach der Einmündung. Als wir diese dann auch untersucht hatten, fuhren wir blau vor Kälte nach Hause.

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Gruppe Böhme 1:


Von Dienstag, den 16. 10. 1995, bis Donnerstag, den 19. 10. 1995, trafen wir täglich zwei Zaunarbeiter, die sich interessiert an unseren Messungen beteiligen wollten, indem sie uns nach unseren Meßwerten fragten. Der Kontakt zu ihnen prägte sich soweit aus, daß wir uns am letzten Tag sogar grüßten.

Außerdem kam es zu einer Situation, in der wir Flußwasser vom anderen Ufer benötigten, einer von uns sah sich in der Lage, das Glas mit der Schnur soweit hinüber zu werfen, so daß wir eine Probe mit dem hiesigen Wasser zu bekommen. Gezielt warf er das Glas gen Ufer, jedoch glitt ihm die Schnur aus der Hand, und so wurde das Glas ein Teil des Flusses.
Da wir nun keine Möglichkeit mehr hatten, das Wasser auf bequeme Weise einzuholen, mußten wir uns in gefährliche Situationen begeben, z. B. bei einem Zulauf, der seinen Ursprung aus einem total verrosteten Rohr fand, auf das wir steigen mußten, mit der Befürchtung, jeden Moment einzustürzen, um eine Probe für unsere biochemischen Tests zu nehmen.

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Leidensgeschichte der Gruppe "Soltau"

Wir, die wir da sind Stephan N., Sven B. & Henning T., nahmen uns vor am Diestag die Böhme innerhalb Soltaus zu untersuchen. Wir setzten ein in den Hübeeten hinter dem Freibad vor den Brücke. Ausgerüstet mit einem Leitfähigkeitsprüfer des LfU, welches die Leitfähigkeit, die Temperatur, den pH-Wert und das Redoxpotential messen kann, einem Kajak, einem Kanadier und zwei Kannen heißer Getränke.
Unsere Odyssee führte uns nach Startschwierigkeiten (das Kajak ist zu klein für Henning sowieso, für Stephan auch und Sven hatte zu leiden) an das Wehr der Waldmühle, wo wir die ersten merkwürdigen Ergebnisse erhielten.
Im Park, beim Tragen der Boote, wurden wir von Gitta plötzlich photographisch ertappt.
Weiter geht es bis an die Brücke Wilhelmstraße, an der sich uns die erste kanutechnische Unmöglichkeit bot: wir befanden die Brücke für zu tief für uns. Die logische Folge war, daß wir austiegen, Sven seine Beine mit Blut tränkte, wir die Boote auf den kleinen Wagen schnallten und uns durch die Marktstraße begaben, in der wir konsequent ignoriert wurden.
Nächster Einstieg war der Soltauer Freihafen. Die Fahrrinne war für den Kanadier viel zu viel zu flach, also hatte Sven die Fahrrinne zu räumen, da er Gummistiefel anbei hatte, die ihm zum Verhängnis wurden.
Platsch.
Hierbei wurde schließlich Svens Alptraum vom Kentern wahr, nur daß er da ohne Boot kenterte.
Ein Weiterfahren kam für ihn wohl nicht in Frage. Nach einer Döner-Stärkung fuhren Henning und Stephan weiter die Soltau abwärts und die Böhme aufwärts, wobei Brücken zu unterqueren waren, die den Kanadier um nur 10 Zentimeter an Höhe übertrafen. Auf einmal fanden sich die beiden unter der Firma Breiding wieder, wo wir erfreulicherweise keine besonderen Werte feststellten. Zurück & ausgestiegen. Den letzten Einstieg fanden wir am Ausstieg: Das Ufer an der OHE-Brücke, was zur Folge hatte, daß wir gegen den Strom zu padeln hatten. Aber die Mühe wurde belohnt. Eine Einleitung mit fünffacher Leitfähigkeit als wie davor. Auch direkt an der OHE-Brücke ist eine Einleitung mit extrem hoher Leitfähigkeit und sehr niedrigem pH-Wert.

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Gruppe Ahlften:

Am Dienstag untersuchten wir die Böhme von Ahlften bis nach Soltau zu den Hübeten, wo uns Herr Reithmeier wieder abholte. Auf der Böhme stellten wir in unregelmäßigen Abständen Prüfungen, die Leitfähigkeit betreffend, an. Zuerst stellten wir eine relativ konstanten Wert fest. An einem kleinen Einfluß maßen wir eine sehr geringe Leitfähigkeit von 80 mS/cm. Vorher lag er im Schnitt von 280 mS/cm. Wir nahmen eine Wasserprobe mit. Wenn Knut nicht der Stift in die Böhme gefallen wäre, hätten wir uns nicht soviel merken müssen. Bei einem weiteren Zufluß im Böhmepark, Höhe Parkweg, beobachteten wir eine weitere Besonderheit. Die Leitfähigkeit war ungewöhnlich hoch ( 480 mS/cm ). Auch hier entnahmen wir Wasser.
Am Mittwoch untersuchten wir in der Schule die Wasserproben auf Nitrit- / Nitrat - und Ammoniumgehalt. Außerdem auch auf den pH - Wert. Bei der ersten Probe mit der geringen Leitfähigkeit stellten wir keine Besonderheiten fest. Alle Werter lagen im normalen Bereich.

Bei der zweiten Probe stellten wir einen sehr hohen Nitritgehalt fest. Er lag bei 1,0 mg/l.
Am nächsten Tag untersuchten wir das Wasser vor Ort, und stellten keinen Nitritgehalt fest. Komisch ?!?

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Vergleich unserer Meßgeräte :

(Mittwoch, Werte in mS/cm)
Meß-
gruppe
Meßgerät
von
destilliertes
Wasser
Leitungs-
wasser
Salz-
wasser
Böhme 2Klärwerk43 3837990
Böhme 3BAP 443193400
Böhme 1Wass.
wrk
504507900
AhlftenRS 30370-
SoltauLfU 29304-
Mittelwert(unser
Normmaß)
40400-


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Zielvorgaben für die Wasserbeschaffenheit von Fließgewässern
im Regierungsbezirk Lüneburg (29. 9. 94)

pH-Wert6,5 bis 8,5
Elktr. Leitfähigkeit< 640 µS/cm ( angepasst auf 20°C )
Ammonium< 0,3 mg/l N
Nitrit< 0,2 mg/l N
Nitrat< 3,0 mg/l N
Chlorid< 200 mg/l Cl
Zielvorgaben für Einläufe sind HÖHER anzusetzen!


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ausgewählte Ergebnisse
(z.T. mehrfach gemessen)

Meßstelle Leitfähig-
keit
in µS/cm
pH Ammo-
nium
in mg/l
Nitrit
in mg/l
Nitrat
in mg/l
Chlorid
in mg/l
Soltau,
vor den Hübeeten
480
460
390
1
0
Soltau,
Waldmühle
189 - 1527,8
Soltau,
Brücke
616 - 8217,4
Soltau,
im Hagen,
nach der Polizei
1623 - 12175,6
Soltau,
nach der
Eisenbahnbrücke
373 - 2805,0
Meßstelle Leitfähig-
keit
in µS/cm
pH Ammo-
nium
in mg/l
Nitrit
in mg/l
Nitrat
in mg/l
Chlorid
in mg/l

Einlauf
nach Algen
1473 - 11054,7 - 6,0
zwischen
Soltau und
Tetendorf
1473 - 12500,5
kurz vor
Tetendorf
25706,8 - 8,10,5
Kläranlage
Auslauf
0,5
1
0,5
0,5
1
0,5
5
50
15
zw. Jettebruch
und Mengebostel
7,000,1510300
Mengebostel7,0000300
Meßstelle Leitfähig-
keit
in µS/cm
pH Ammo-
nium
in mg/l
Nitrit
in mg/l
Nitrat
in mg/l
Chlorid
in mg/l

Der pH-Wert sank in Soltau kontinuierlich von 7,8 bis 5,0 (Di. 17.10.95!). Zu erwarten wäre ein Anstieg der pH-Werte! Am Donnerstag (19.10.95) war der pH-Wert am Ortsausgang bei 6,0, also um 1,0 angestiegen.
Auch nach mehrmaligen Kontrollen blieben die Werte der Fischteichabflüsse stabil!
Die Messungen der chemischen Parameter wurden mit schulgeeigneten Meß-koffern durchgeführt. Wir beanspruchen keine wissenschaftliche Anerkennung. Zudem waren wir oft nicht in der Lage alle entsprechenden DIN-Anforderungen zu erfüllen. Dennoch:
Es war lustig, spannend, kalt und informativ, alles in allem durchaus empfehlenswert.


Die Verfasser.

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